Pilsen – Prag

Bei perfektem Wetter checken wir aus unserer netten kleinen Pension aus und machen uns auf die Weiterfahrt. Nachdem wir gestern ewig Vororte von Pilsen durchquert haben, ist es überraschend, wie schnell wir heute den inneren Teil der Stadt verlassen. Wir wollen mehr oder weniger dem offiziellen Verlauf des tschechischen Radwegs Nummer drei nach Prag folgen, und sind sehr gespannt, ob und wie wir diese Kombination aus großer Distanz und relativ viel Höhenmetern (für Tourenradler mit Gepäck; Mountainbiker werden sich zumindest bei der Anzahl der Höhenmeter kaputt lachen) meistern werden. Gleich hinter Pilsen geht es schon gut hoch, in wunderschöner Landschaft und es öffnet sich ein toller Blick zurück auf die in einem Talkessel liegende Stadt.

Die nächsten 30 Kilometer führen im stetigen Wechsel über schöne Radwege, Forstwege, kleinere und größere Straßen. Aber eins haben all diese Straßenarten gemeinsam: Es geht dauerhaft bergauf. Das zehrt enorm an den Kräften und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bis hierher ist auch miserabel. Abwechslung bieten die hübschen kleinen Städtchen (Rokycany gefällt uns sehr gut, auch wenn hier ein unaufmerksamer Paketbote fast beim Aussteigen Katharina mit seiner Türe vom Fahrrad holt – zum Glück reagieren alle Beteiligten schnell genug).

In Strašice liefert sich an einem Anstieg ein kleiner Junge auf seinem Fahrrad über ein kurzes Stück ein Rennen mit uns. Vorbei an einer hübschen Kapelle kommen wir auf ein enorm rumpeliges Stück Weg, auf dem wir den höchsten Punkt des Tages erreichen. Es folgt eine flotte Abfahrt bis nach Horovice, wo wir uns einen kleinen Mittagssnack gönnen.

Stetig bergauf und bergab erreichen wir Swinare, wo wir in einer letzten schnellen Abfahrt in die Ebene kommen, in der auch Prag liegt. Hier führt der Radweg zuerst am Fluss Berounka entlang (in der Ortschaft Černošice legen wir eine Pause an einen schönen Biergarten ein) und dann an der Moldau. Die Radwege sind hier teilweise (und mit abnehmender Entfernung nach Prag immer mehr) hervorragend ausgebaut. Es sind auch deutlich mehr andere Radler unterwegs als noch zu Beginn des Tages.

Leider führt der tolle Radweg am linken Moldauufer nicht ganz bis in die Innenstadt, so dass wir kurz vor Ziel auf viel befahrene Einfallstraßen ausweichen müssen. So oder so ist es ein besonderes Erlebnis, als wir auf der Most Legiì in die Innenstadt einrollen. Hier müssen wir uns zunächst nocheinmal mit ziemlich dichtem Autoverkehr auseinandersetzen und auf den letzten paar hundert Metern zu unserem Hotel mit Massen von Touristen, die teilweise irgendwohin schauen (auf der Jagd nach Pokemons?), nur nicht dorthin, wo sie gerade hin laufen.

Unser Hotel ist überraschend edel; toll auch wie unproblematisch unsere Räder schnell im Gepäckraum verschwinden (wir hatten angekündigt, mit den Rädern zu kommen). Wir machen uns frisch und schauen uns dann noch kurz die Umgebung vom Hotel an. Wirklich eine wunderschöne Stadt, wenn auch ziemlich überlaufen.

Nun haben wir morgen also den ersten Ruhetag. Der wird auch sehr gerne angenommen, da vor allem die Oberschenkelmuskeln inzwischen doch ein bisschen zwicken…

Tageskilometer: 115.69, Gesamtstrecke: 461 km

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