Duszniki Zdroj – Bielawa

Unsere Fahrräder, die wir gestern nach Absprache mit der Rezeptionistin eigentlich vor der Tür haben stehen lassen, durften die Nacht im Speiseraum des Restaurants verbringen, wo wir sie nach einem reichhaltigen Frühstück (in Polen mag man es wohl schon morgens deftig) wiederfinden. Wir verlassen die Stadt nach Osten auf einem schmalen Sträßchen. Zu behaupten, dieses hätte Schlaglöcher, wäre eine Untertreibung: die Straßenoberfläche ist ein buntes Flickwerk aus Schlaglöchern, verfüllten Schlaglöchern und Rissen quer und längs zur Fahrtrichtung. Dass sie durch einen Laubwald führt, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, ist doch im Morgenlicht schwer zu erkennen, was Schattenwurf und was Loch ist.

Bald treffen wir wieder auf die Schnellstraße, die wir aber gleich darauf wieder verlassen. Hier haben wir mitten im Wald die Begegnung mit einem seltsamen Tier – das sich bei näherer Betrachtung als Dackel entpuppt. Wir fahren nun parallel zu Eisenbahn durch ein waldiges Tal bis nach Polanica Zdroj, ein weiteres altes Kurbad. Hinter dieser Stadt wird die Landschaft offener. Es geht nun wieder über Felder. Schließlich erreichen wir Klodzko, eine schöne Stadt, die von einer mächtigen Festungsanlage dominiert wird.

Nachdem wir es durchquert haben, geht es weiter bergauf-bergab durch Felder und Wälder. Etwas ärgerlich ist die Durchquerung eines Flusstals, wo es erst mit 10% Gefälle bergab geht, nur um auf der anderen Seite wieder mit 11% Steigung hinauf zu gehen. Hinter Bardo müssen wir wieder ein kurzes Stück auf die Schnellstraße. Bei dem starken Verkehr, vor allem auch von Lastwagen, sind wir froh, als wir diese wieder verlassen können.

In einem winzigen Dorfladen (selbst heutzutage, zu den Zeiten der großen Supermärkte, gibt es hier in fast jeder Ortschaft einen solchen Laden, mit teilweise nur wenige Quadratmeter großem Inneren) kaufen wir uns kalte Getränke und machen eine kurze Rast. Die nächsten Kilometer sind zwar relativ eben, doch ein guter Gegenwind macht sie extrem anstrengend. Wir sind nun in einem weiten Tal mit niedrigen Hügelketten auf beiden Seiten, auf denen wir auch eine Burgruine entdecken. Wir kommen durch einige Dörfer mit bunten Blumengärten und hübsch renovierten Kirchen.

Unser Tagesziel Bielawa unterscheidet sich eigentlich hauptsächlich durch die Größe von den vorherigen Dörfern. Unser Hotel liegt etwas außerhalb und ist in einer ehemaligen Industriellenvilla aus dem Jahr 1901 untergebracht. Beim Check-In werden wir zum ersten Mal gefragt, ob wir tatsächlich die ganze Strecke von Deutschland her mit dem Fahrrad gekommen sind. Unsere Fahrräder werden liebevoll versorgt, wir machen uns frisch und erholen uns den restlichen Nachmittag über im wunderschönen Park des Hotels.

Tageskilometer: 69.27, Gesamtstrecke: 736 km

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