Breslau – Opole

Nach dem sehr guten Hotelfrühstück (es wird damit beworben, 100 verschiedene Artikel zu beinhalten), checken wir aus. Unsere Räder tauchen wieder aus dem Keller auf, und wir können uns wieder in den Sattel schwingen.

Noch wollen wir Breslau nicht verlassen, sondern noch einer weiteren Sehenswürdigkeit einen Besuch abstatten. Wir durchqueren den Park Juliusza Slowackiego, den wir gestern schon zu Fuß durchquert haben und überqueren dann die Oder auf der Grünwaldbrücke, fahren vorbei an der Technischen Universität und gelangen so gegenüber vom Zoo zur Jahrhunderthalle. Diese wurde 1913 zum hundertsten Jubiläum der Völkerschlacht gebaut und war damals die größte freitragende Hallenkonstruktion der Welt (@Andrea: Erinnerst du dich noch an „Bauten, die die Welt nicht braucht“?). Auch heute noch ist sie ein äußerst beeindruckendes Gebäude.

Wir fahren durch ein sehr grünes Stadtviertel weiter nach Osten und überqueren dann die Oder auf einem Wehr. Kurz darauf erreichen wir einen Kanal mit Schleuse. Der Weg über diese Schleuse ist so schmal, dass wir unsere Fahrräder mit Packtaschen nur getragen auf die andere Seite bekommen.

Unsere Route folgt nun ersteinmal auf einem Damm dem Kanal, an dessen Ufer es sich verschiedene menschliche und tierische Fischer für den Tag bequem gemacht haben. Dann geht es immer in einiger Entfernung parallel zur Oder durch Schwemmwiesen und Felder, manchmal auch Wälder. Zunächst auf Asphalt, dann auf einem Feldweg von wechselnder Schlechte: es wechseln sich ab Betonplatten (jawohl Platten), mit Pfützen durchsetzter matschiger Waldboden und von ausgetrockneten Pfützen durchlöcherter extrem grobkörniger Schotter.

Bei Kotowice treffen wir wieder auf Asphalt. Dieses Dorf erweist sich als unglaublich ausgedehnt, ohne einen erkennbaren Kern zu haben. Danach geht es wieder über Land. Links von uns immer erkennbar das grüne Band der Auwälder am Oderufer, rechts von uns flache Felder, nur unterbrochen von einzelnen Baumgruppen oder kleineren Ortschaften.

Oława, die erste größere Ortschaft, umfahren wir mehr oder weniger, so dass wir davon nur ein paar Plattenbauten und Papierfabriken sehen – und dann wieder langgezogene Randbezirke, die den Dörfern ringsum gleichen. Hinter Oława geht es dann wieder auf einem eher mittelmäßigen Weg durch einen Wald, bis wir in der nächsten Ortschaft wieder auf Asph… – Kopfsteinpflaster?! Was macht hier Kopfsteinpflaster? Das macht doch gar keinen Sinn! – Das ganze Dorf ist gepflastert und dieses zieht sich über mehrere Kilometer. Wir sind sehr froh, als wir hinter dem Ortsausgang wieder über glatten Asphalt rollen können.

Brzeg grüßt uns schon von weitem durch seine Türme. Wir durchqueren es über den schönen Rathausplatz, dann folgt das übliche Kuddelmuddel aus Industriegebieten und dann geht es weiter über Land mal auf Asphalt, mal über Stock und Stein, durch Felder, Alleen und Wälder. Größtes Highlight der nächsten Stunden ist ein Wald mit uralten Eichenbäumen. Das ist vielleicht ein wenig eintönig, aber auch schön und da alles sehr eben ist, kommen wir gut voran. Zumindest die asphaltierten Abschnitte erweisen sich als wahre Kilometerfressmaschinen.

Im Dorfladen von Narok kaufen wir uns Eis und etwas zu trinken und legen eine kleine Pause ein. So gestärkt können wir die letzten paar Kilometer des Tages in Angriff nehmen. Wir sind nun im deutlich industrialisierteren Oberschlesien angekommen, was schon allein das große Kraftwerk klarmacht, das hier den Horizont beherrscht. Es folgen noch ein paar Betonplatten, dann geht es auf guten Radwegen über die Oder und vorbei an einem Zementwerk und jeder Menge Baumärkte Richtung Innenstadt von Opole.

Wir checken in unser Hotel ein, machen uns frisch und begeben uns dann auf einen Stadtspaziergang. Die Stadt erweist sich als überraschend schön mit einer interessanten Mischung aus alten und neuen Gebäuden und sehr viel öffentlicher Kunst. Nach einem guten Abendessen am Rynek kehren wir dann müde ins Hotel zurück.

Tageskilometer: 95.36, Gesamtstrecke: 905 km

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