Oświęcim – Krakau

So edel unser Hotel sein mag (gestern Abend haben wir zum Beispiel im Jacuzi unsere müden Muskeln entspannen können), so wenig werden wir mit dem Komplex warm und auch das Frühstücksbüffet trägt nicht dazu bei, unsere Meinung zu ändern. Das ist ein wenig komisch, denn laut Gästeliste waren schon viele prominente Personen hier, inklusive Jaques Chirac und dem König der Niederlande, Willem-Alexander. Als wir gerade unser Gepäck zu den Rädern tragen, sehen wir auch, wie zwei muskelbepackte Herren mit Stöpseln im Ohr, offensichtlich Bodyguards, mit Spiegeln die Unterseite einer Limousine inspizieren. Interessant. Wer Passagier der Limousine ist, haben wir leider nicht erfahren.

Wir brechen auf und verlassen Oświęcim Richtung Nordosten, vorbei an den Nachfolgern der im zweiten Weltkrieg hier entstandenen Chemiefabriken. Wir fahren wieder auf schönen kleinen Asphaltsträßchen und kommen bald in ein Gebiet voller schöner Seen und Sümpfe. Ein Paradies für Vogelfreunde – allerdings betrifft das auch Freunde des Jagens von Vögeln, wie wir erschreckt feststellen, als in allernächster Nähe ein Schuss abgegeben wird (die auf der nebenan gelegenen Wasserfläche  Kreise ziehenden Blesshühner scheinen sich interessanterweise deutlich weniger zu erschrecken, als wir das tun).

Ab und an sind wir auch auf Schotter unterwegs, aber deutlich angenehmer (weil schlaglochfreier und steinfreier) als noch die letzten Tage über.

In Palczowice kommen wir an einer schönen alten Holzkirche vorbei, in der gerade ein Gottesdienst stattfindet. Kurz später kommen wir an die Weichsel, der wir ein gutes Stück folgen, ehe wir den Fluss bei Pasieka mit Hilfe einer winzigen Fähre überqueren. Die Fährfahrt für Autos kostet 35 Zloty; um das zu verstehen, reichen auch unsere Polnischkenntnisse aus. Von Fahrrädern ist nicht die Rede. Als wir unseren Geldbeutel zücken, winkt der Fährmann nur ab. Ok, danke.

Ab nun sind wir wieder entfernt vom Fluss unterwegs und müssen daher auch über einige (sehr flache) Hügel. Doof, weil wir heute extra langsam und muskelschonend fahren wollen, um unsere Körner für die anstrengerenden Etappen südlich von Krakau aufzuheben. Letztendlich können wir dieses Vorhaben aber sehr gut umsetzen, vor allem dank der tollen Radwege nach Krakau hinein.

In Rączna, nur noch etwa 12 km vor Krakau, machen wir an einem Supermarkt eine kleine Pause. Dummerweise wirft der Wind während unseres Einkaufs die aneinandergeketteten Räder um, wobei eine vordere Schutzblechhalterung von Katharinas Rad Schaden nimmt. Zum Glück besitzt unser (Vorsicht, es folgt – aber nicht gesponserte – Schleichwerbung) TOPEAK Alien 3 Multitool einen passenden Inbusschlüssel, um das Malheur schnell zu beheben.

Nach Krakau ist es nun nicht mehr weit. Die Fahrt in die Innenstadt gestaltet sich erstaunlich unproblematisch. Unser Hotel ist super, ein absoluter Glücksgriff, und direkt am zentralen Platz (Rynek) der Stadt gelegen. Wir machen uns frisch, werfen uns kurz in den hoteleigenen Pool und schauen uns dann im Innenstadtbereich um. Alles sehr hübsch, wenn auch nahezu so schlimm überlaufen wie Prag. Wir freuen uns sehr auf unseren morgigen Ruhetag hier.

Nach einem sehr guten Abendessen lassen wir den Tag in der Dachbar des Hotels ausklingen, mit Blick auf den Rynek und die Marienkirche.

Tageskilometer: 67.21, Gesamtstrecke: 1129 km

 

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