Krakau

Unseren dritten Ruhetag beginnen wir mit einer Besichtigung der Krakauer Burg. Die gestern getroffene Aussage, dass es hier fast so überlaufen ist, wie in Prag, müssen wir leider bestätigen. Zumal es diverse Ticketschalter für diverse Einzelausstellungen gibt, vor denen sich mehrere hundert Meter lange Schlangen bilden, aber nirgendwo richtig beschriftet ist, wofür man sich gerade eigentlich anstellt. Im Detail läuft das dann zum Beispiel so ab: der Infostand am Ticketschalter des Schlosses (wo wir Karten für die Drachenhöhle und zwei Ausstellungen zur Geschichte des Schlosses kaufen) gibt die Auskunft, das man für die Kathedrale an einem anderen Ticketschalter bezahlen muss. Dieser andere Ticketschalter hat aber zu, wegen Gottesdienst, und öffnet erst um 12:30 wieder. Um etwa 11:45 finden wir auch vor diesem Schalter eine lange Schlange vor und brauchen noch recht lange, um rauszufinden, dass die Kathedrale selber gar keinen Eintritt kostet (dieser wird nur für ausgewählte Dinge, wie einen Blick auf die Glocke, fällig). Alles in allem gefällt uns dieser Teil der Stadt dennoch wirklich gut.

In der Folge schauen wir und per Bus verschiedene Teile der Stadt an, darunter einen auf einem Hügel gelegenen Ehrenhügel für Tadeusz Kościuszko (einen polnischen Nationalhelden, der sowohl für die Unabhängigkeit seines Landes als auch im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hat) und die Fabrik von Oskar Schindler.

Abendessen gibt es in einem sehr edlen italienischen Restaurant, etwa 15 Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt. Der Heimweg im Dunklen durch die autofreien Altstadt voller fröhlicher Leute und vorbei an vielen Straßenmusikanten lässt beinahe südeuropäisches Flair aufkommen.

Nun noch – wie an den letzten Ruhetagen – ein paar Worte zur Technik. Nachdem letztes Mal die Etappenplanung dran war, folgt heute die Navigation. Wir haben – wie beschrieben – die Etappen mit Hilfe der Naviki-Webpage geplant. Zur Navigation verwenden wir ein GPS-Gerät von Garmin (Oregon 600). Dieses bietet Navigation entweder über Routen an (definiert werden der Start- und der Endpunkt sowie evtl. einige Zwischenpunkte) oder über Tracks (eine Spur von Koordinaten, ähnlich der Brotkrumenspur von Hänsel und Gretel).

Die Verwendung von Routen hört sich sehr gut an (hätte z.B. den Vorteil, dass man nach einem Verfahrer automatisch wieder zurück auf die korrekte Strecke geleitet wird). Sie scheitert aber daran, dass bei Garmin-Geräten die Zahl von Zwischenpunkten für Routen begrenzt ist; auf ein geräteabhängiges Limit, welches aber in jedem Fall zu gering ist, um eine vernünftige Fahrradroute über teilweise mehr als 100 km auf Nebenstraßen zu planen.

Also Tracks: den Track von Naviki exportieren, in die Garmin-eigene Software (Basecamp) einlesen und direkt auf das Gerät schieben. Auf diesem wird der Track als Linie angezeigt, der man nur folgen muss. Wenn man sich verfährt (oder den Track absichtlich verlässt; den Besuch bei der Jahrhunderthalle in Breslau z.B. hatten wir nicht eingeplant), muss man halt selber schauen, dass man wieder auf die korrekte Strecke kommt. Es gibt auch keine Abbiegehinweise. Das kann auf sehr entspannenden Streckenabschnitten schon mal zu komischen Situationen führen, wenn man eine Anbiegung verpasst, das aber erst später bemerkt.

Ein wirklicher Mangel von Garmin-Geräten ist, dass Tracks grundsätzlich als semitransparente violette Linien angezeigt werden. Schwer zu erkennen, und wenn die Displaybeleuchtung aus ist sowie der Radler Sonnenbrille trägt, geht definitiv gar nichts. Hier hilft ein zunächst komisch klingender Trick: Mit Hilfe von speziellen Tools (z.B. IMGfromGPX von Javawa) lassen sich Tracks in Karten umwandeln, welche aus einem transparenten Hintergrund bestehen und darüber den Track beinhalten, in beliebiger Farbkombinationen und Linienstärke (dazu muss für exotische Formate ggf. mit Hilfe eines Editors der Linirnstil in der entsprechenden .typ-Datei modifiziert werden). Unsere Tracks liegen alle in diesem Format vor, als dicke fette blau-grüne Linien.

Die Karten mit den Tracks werden dann über der Basiskarte dargestellt, hierfür verwenden wir die OpenFietsmap, eine besonders (schön) aufbereitete Variante der OpenCyclemap.

Das mag sich alles kompliziert anhören (und wurde im Frühsommer während zahlreichen Trainigsfahrten optimiert), funktioniert aber hervorragend. Durch die vorgeplante Strecke sind wir fast immer auf kleinen und autoarmen Sträßchen unterwegs und die Tatsache, dass wir mit der OpenFietsmap eine komplette Radkarte dabei haben, gibt uns – wie oben beschrieben – alle Freiheiten, die Strecke zu modifizieren.

Morgen geht es weiter, Richting Süden, Richtung Tatra. Unseren nächsten Ruhetag werden wir dann in einer Woche in Wien haben.

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