Bratislava – Wien

Wir verlassen die Altstadt von Bratislava über die Stary Most, die Alte Brücke, und haben von dort aus noch einmal einen schönen Blick auf die Burg. Das moderne Einkaufszentrum auf der anderen Donauseite nutzen wir für einen letzten Besuch in einem slowakischen Supermarkt. Hinter dem Einkaufszentrum stoßen wir schnell auf den Donauradweg.

Bis zur Grenze läuft dieser parallel zur Autobahn. Österreich ist das erste Land auf dieser Reise, an dessen Grenze uns kein Schild mit Ländernamen begrüßt. Ganz profan stehen hier nur die üblichen Hinweistafeln zu den erlaubten Geschwindigkeiten sowie zur Mautpflicht, außerdem weißt ein Schild auf die Strafbarkeit der Beschädigung des Hochwasserdamms hin. Einzig ein alter Grenzpfeiler, eventuell noch aus K&K-Zeiten, mit Entfernungsangaben jeweils zum Michaelsplatz in Bratislava und zum Stefansplatz in Wien bringt ein wenig Glanz.

Hinter der Grenze folgt der Donauradweg zunächst einmal der Bundesstraße durch die beiden Ortschaften Wolfsthal und Hainburg. Auf den umliegenden Bergen sind mehrere Burgen zu erkennen, auf dem Braunsberg bei Hainburg auch die Rekonstruktion der dortigen Keltensiedlung. Wie wir schon gestern gemerkt haben, hat die Dichte an Fernradfahrern deutlich zugenommen. Neben uns sind noch viele andere donauaufwärts unterwegs, zumeist in größeren Gruppen, viele mit Fahrrädern von Reiseanbietern.

In Hainburg kommen wir wieder an die Donau, die wir kurz hinter dem Ort auf einer langen Brücke überqueren. Von nun an läuft der Radweg auf einem Damm durch die Auwälder immer geradeaus. Der Weg hat etwas Déjà-vu-haftes: Es sieht hier genau so aus, wie das Stück Donauradweg zwischen Vohburg und  Neustadt, auf dem wir vor drei Wochen Richtung Osten gefahren sind. Da der Himmel heute so wolkenverhangen ist, dass wir die Himmelsrichtung, in die wir fahren, nicht erkennen können, glauben wir schon fast, wieder am Anfang unserer Reise zu stehen.

Einzige Abwechslung im monotonen Geradeaus mit nichts als Bäumen und vereinzelten Wiesen zu beiden Seiten, bildet ein kleiner Abstecher zum kaiserlichen Jagdschloss Eckartsau. Als wir danach wieder auf den Donauradweg treffen, kommen uns nun auch die ersten Radler aus Richtung Wien entgegen. Und leider nicht nur die: Heute geht ein starker Westwind, der uns das Vorankommen nicht gerade erleichtert.

Kurz vor Schönau macht der Weg dann die erste Kurve nach fast zwanzig Kilometern. Über die Gemüsefelder rechts von uns können wir nun schon die Hügel des Wienerwalds vor uns erkennen. Direkt in Schönau verlässt der Weg dann sogar den Damm und führt hinein in den Auwald – nur um gleich darauf auf den nächsten Dammweg zu stoßen. Und wieder geht es auf dem Damm geradeaus, nur nicht mehr auf der Dammkrone sondern auf halber Höhe. Wir kommen nun nahe am Wiener Flughafen vorbei, was wir daran merken, dass die startenden Maschinen dicht über unsere Köpfe hinweg donnern.

Das erste, was wir dann von Wien zu Gesicht bekommen, ist ein schier endlose Ansammlung riesiger Öltanks. Als wir an diesen vorbei sind, stoßen wir dann zum ersten Mal seit Hainburg wider auf die Donau (na ja, eigentlich die Neue Donau, einen Nebenarm, der sich bei Klosterneuburg von der Donau trennt). Es geht vorbei an (streng eingeteilten) Bade- und Grillplätzen, die beim heutigen wenig einladenden Wetter aber verwaist sind.

Bei der Praterbrücke queren wir Neue Donau und Donau. Die Radbrücken sind hier sehr interessant unten an den Autobrücken untergebracht. Vorbei am Ernst-Happel-Stadion, dem hochmodernen Messezentrum und dem Prater mit dem berühmten Riesenrad gelangen wir schließlich zum Praterstern, in dessen Nähe sich unser Hotel befindet.

Geduscht und etwas erholt starten wir dann noch zu einem kleinen Stadtspaziergang zum Hundetwasserhaus, dann entlang des Donaukanals und über die Schwedenbrücke zurück in die Leopoldstadt. Nach einem guten Abendessen geht es zurück ins Hotel.

Tageskilometer: 71.41, Gesamtstrecke: 1663 km

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