Passau – Landshut

Wir rollen, oder vielmehr schieben unsere Räder (die Altstadtgassen sind steil), hinunter zum Donauufer und fahren dort am Schiffsanleger vorbei zunächst an Tagesausflugsbooten, dann an Kreuzfahrtschiffen und zuletzt an Frachtkähnen. Als wir am Bahnhof vorbei kommen, fällt uns auf, dass wir vergessen haben, unseren Zimmerschlüssel zurück zu geben. Also umdrehen und die etwa zwei Kilometer zurück zum Hotel. Der Wirtin war der Verlust des Schlüssels noch gar nicht aufgefallen: „Alles halb so schlimm! Wir haben auch schon Schlüssel mit der Post zurück bekommen.“

So, zweiter Start aus der Stadt heraus. An den Kreuzfahrtschiffen checken mittlerweile die ersten Passagiere ein. Über das Wehr von Kachlet kreuzen wir zum nördlichen Donauufer. Hier geht es wieder auf gutem Radweg durch Wiesen und Felder und an hübschen Ortschaften vorbei. Wir erreichen den Flugplatz von Vilshofen, wo ein reger Verkehr von Segelfliegern und sonstigen Sportflugzeugen herrscht.

Direkt hinter dem Flugplatz queren wir dann zum letzten Mal für diese Reise die Donau und lassen sie wenig später, in Pleinting, ganz hinter uns. Als wir hinter dem Ortsausgang auf eine Landstraße zwischen Mais- und Zuckerrübenfelder abbiegen, entfährt uns beiden wie aus einem Mund: „Heimat!“ (Auch wenn wir nicht genau sagen können, was die Felder hier von denen in der Slowakei unterscheidet).

Wir fahren nun auf kleinen und kleinsten Straßen durch recht welliges Land durch Felder und kleine propere Dörfer und kommen dabei recht gut voran bis wir bei Oberpöring die Isar erreichen. Nachdem wir uns in den letzten Tagen zunächst über die richtige Währung, dann über die richtige Sprache und schließlich gestern das richtige Land an Zuhause angenähert haben, sind wir nun auch am richtigen Fluss.

Das erste Stück Isarradweg ist extrem schlecht. Gerade als wir uns darauf einstellen, die nächsten sechzig Kilometer auf einer sehr grob geschotterten Holperpiste zurückzulegen, überquert der Weg ein Wehr zur rechten Isarseite – und ab hier ist der Weg sehr gut, da asphaltiert. Das ist wesentlich besser als wir, die wir den geschotterten Isarradweg bis etwa 30 km nördlich von München kennen, erwartet haben. Und der Radweg hat auch einen beim heutigen Wetter nicht zu vernachlässigenden Vorteil: er läuft zum größten Teil im Wald und damit im Schatten.

Allerdings ist dieser Vorteil gleichzeitig auch ein Nachteil, denn sonderlich spannend wird es hier nicht mehr. Bald sehen wir, durch einen Damm von ihr getrennt, nicht einmal mehr die Isar selber und von den an ihr gelegenen Städten bekommen wir nicht viel mehr mit, als dass wir von Zeit zu Zeit eine Straße überqueren müssen, die zu einer Brücke führt.

So geht es weiter bis zur Isarstufe Niederaichbach direkt am AKW Isar. Ab hier ist der Weg wieder geschottert, und zwar wieder wesentlich gröber und schlaglochreicher, als nördlich von München. Da es mittlerweile auch im Wald unerträglich heiß geworden ist, freuen wir uns darauf, endlich anzukommen. Bei den ersten Vororten Landshuts verlassen wir den Radweg und ziehen es vor, auf der asphaltierten Straße weiter zu fahren.

Schließlich erreichen wir den Altstadtbereich von Landshut und kurz darauf auch unser Hotel. Ein wenig erfrischt begeben wir uns dann auf einen Spaziergang durch die schönen mittelalterlichen Gassen, die aber bei der heutigen Hitze ziemlich ausgestorben wirken.

Tageskilometer: 121.83, Gesamtstrecke: 2107 km

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